Give me perspective

„Wenn Sie mit Ihrem Job zufrieden sind, eine hohe Bindung ans Unternehmen und das Team haben, gehen Sie nicht für fünf Prozent mehr Gehalt.“

Ist Mitarbeiterbindung noch zeitgemäß und wenn ja, warum? Wie schaffen Führungskräfte es, dass die Leistungsträger bleiben und nicht abwandern? Und was hält Mitarbeitende wirklich in ihrem Job? Diese Fragen erörterte ich mit Prof. Dr. Jörg Felfe, Universität Hamburg, im Interview.

Enthalten in

Webbi’s Fundstücke

Viktoria Heinrich

27.07.2026 · 8 Min Lesezeit
Prof. Dr. Jörg Felfe

Prof. Dr. Jörg Felfe ist seit 2010 Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Führung, Commitment, Gesundheit, Personalentwicklung, Mitarbeiterbefragungen. Der studierte Psychologe arbeitet darüber hinaus als Trainer, Coach und Berater.

Ist es überhaupt noch zeitgemäß von Mitarbeiterbindung zu sprechen oder hat sich die Arbeitswelt so sehr verändert, dass der Begriff nicht mehr passt?

Es lohnt sich unbedingt weiterhin, sich um das Thema Bindung zu kümmern. Die Frage, ob bestimmte Dinge nicht mehr zeitgemäß sind, werden für viele andere Themen auch immer wieder gestellt. Immer wieder gibt es revolutionierende Themen und neue technische Trends: das begann mit der Industrialisierung, mit der Computertechnik über die Smartphones bis zur KI. Und jedes Mal tun wir so, als ob sich die Welt auf den Kopf stellt. Mittlerweile neige ich dazu – auch vor dem Hintergrund meines Alters – die Entwicklungen etwas gelassener zu sehen und zu relativieren. Aber grundsätzlich ist das Thema Bindung, d.h. wie ist das psychologische Band zwischen den Beschäftigten zu ihren Führungskräften, zu ihrem Unternehmen, zu ihrem Job, nach wie vor von eklatanter Bedeutung.

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